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[[Datei:Grundsteinlegung Ehrentribuene.jpg|thumb|275px|Ein Blick auf die Ehrentribüne beim Festakt der Grundsteinlegung illustriert die [[Übersicht: Das Verhältnis des KWIE zu NS-Regime und NS-Ideologie|Verstrickung]] zwischen KWIE, KWG, VDEh und NS-Regime: Reichsminister Bernhard Rust, Albert Vögler, Max Planck, Gauleiter Friedrich Karl Florian und Oberbürgermeister Hans Wagenführ (von links nach rechts), 3. Juni 1934.]]
 
[[Datei:Grundsteinlegung Ehrentribuene.jpg|thumb|275px|Ein Blick auf die Ehrentribüne beim Festakt der Grundsteinlegung illustriert die [[Übersicht: Das Verhältnis des KWIE zu NS-Regime und NS-Ideologie|Verstrickung]] zwischen KWIE, KWG, VDEh und NS-Regime: Reichsminister Bernhard Rust, Albert Vögler, Max Planck, Gauleiter Friedrich Karl Florian und Oberbürgermeister Hans Wagenführ (von links nach rechts), 3. Juni 1934.]]
 
[[Datei:Beschussversuche.jpg|thumb|275px|Im Rahmen der [[Übersicht: Autarkie- und Rüstungsforschung|Rüstungsforschung]] wurden am KWIE auch Beschussversuche an Stahlplatten vorgenommen.]]
 
[[Datei:Beschussversuche.jpg|thumb|275px|Im Rahmen der [[Übersicht: Autarkie- und Rüstungsforschung|Rüstungsforschung]] wurden am KWIE auch Beschussversuche an Stahlplatten vorgenommen.]]

Aktuelle Version vom 23. März 2021, 21:27 Uhr

Ein Blick auf die Ehrentribüne beim Festakt der Grundsteinlegung illustriert die Verstrickung zwischen KWIE, KWG, VDEh und NS-Regime: Reichsminister Bernhard Rust, Albert Vögler, Max Planck, Gauleiter Friedrich Karl Florian und Oberbürgermeister Hans Wagenführ (von links nach rechts), 3. Juni 1934.
Im Rahmen der Rüstungsforschung wurden am KWIE auch Beschussversuche an Stahlplatten vorgenommen.
1940 erhielt das KWIE als „Beutegut“ ein Versuchswalzwerk vom Polytechnikum Warschau.
Während des Kriegs setzte das KWIE Zwangsarbeiter wie beispielsweise den französischen Laboranten André-Gaston C. ein.
Viele KWIE-Mitarbeiter wie Franz Wever wurden trotz ihrer NS-Vergangenheit im Zuge der Entnazifizierung in der Nachkriegszeit lediglich als „Mitläufer“ eingestuft.

Willkommen beim Wiki des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung (MPIE) zur Geschichte des damaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eisenforschung (KWIE) im Nationalsozialismus. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts sowie alle anderen Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, diese Plattform zu nutzen und sich mit ihrer Hilfe historisch zu informieren.

Die Entstehung des Geschichts-Wikis

Dieses Geschichts-Wiki beruht auf der Studie „Das Kaiser-Wilhelm-Institut im Nationalsozialismus“, den die Geschäftsführung des Instituts bei den HistorikerInnen von Neumann & Kamp Historische Projekte im Jahr 2017 in Auftrag gegeben hat, um die Geschichte der Institution in den Jahren 1933 bis 1945 systematisch aufzuarbeiten. Die Studie hat den Anspruch einer quellengesättigten und unabhängigen Geschichtsschreibung. Anlass dazu waren einige als potentiell kritisch zu bewertende Hinweise im Rahmen der historischen Arbeiten zum 100-jährigen Institutsjubiläums 2017 sowie eine für die Geschäftsführung verblüffende Quellenvielfalt in den Kellerarchiven des Instituts. Nach der zwischen den Jahren 2000 bis 2005 erfolgten Generalsanierung des Institutshauptgebäudes nebst den damit verbundenen Entrümpelungen war zu befürchten, dass sich kaum noch historisch relevante Dokumente in den Institutsarchiven befinden würden.

Die Umsetzung der Studie als Wiki

Die Studie, die die Grundlage für dieses Wiki ist, umfasst über 300 Seiten, auf denen in fünf themenbezogenen Kapiteln zentrale Fragestellungen zur NS-Geschichte des Instituts behandelt werden. Darüber hinaus wird knapp in die Vorgeschichte des KWIE vor 1933 eingeführt. Für das Wiki wird diese Darstellung nun in einzelne Artikel gefasst und zur besseren Lesbarkeit und Navigation zum Teil neu arrangiert. Im Unterschied zur gedruckten Studie gibt es nun etwa einzelne biografische Artikel zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KWIE oder anderen Persönlichkeiten, die mit dem KWIE in Verbindung standen. Hinzu kommen eigene Artikel für diverse Organisationen und Einrichtungen. Trotz einiger Umstellungen bei der Überführung in eine Wiki-Struktur stehen weiterhin fünf Kernthemen zur NS-Geschichte im Mittelpunkt, die in der gedruckten Studie kapitelweise behandelt werden. Diese Themenkomplexe und die untersuchten Fragestellungen sind:

I. Das Verhältnis des KWIE zum NS-Regime und zur NS-Ideologie

Übersicht: Das KWIE vor 1933 und Übersicht: Das Verhältnis des KWIE zu NS-Regime und NS-Ideologie

Dieser Themenkomplex beschäftigt sich mit den Folgen der NS-„Machtübernahme“ am KWIE und fragt nach dem Einfluss des Nationalsozialismus am Institut: Zu welcher „Gleichschaltung“ von Gremien und zu welchen personellen Umgestaltung innerhalb der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Führungsspitze kam es? Überwogen Kontinuitäten oder gab es große Umbrüche? Insbesondere wird die Mitgliedschaft des Führungspersonals und von Mitarbeitern in NS-Organisationen bzw. dessen persönliche Verstrickung in den Nationalsozialismus untersucht. Welche Maßnahmen rassistischer und politischer „Säuberung“ gab es am KWIE? Wie reagierte die Institutsleitung auf die „Machtübernahme“ 1933 und wie war das Verhältnis zum NS-Regime in den folgenden Jahren? Zudem wird der Aufbau der NS-Betriebsgemeinschaft am KWIE in den Blick genommen und die Rolle von Institutsangehörigen und Institutsleitung innerhalb dieser herausgearbeitet. Eine weitere Frage ist: Welchen Einfluss hatten NS-Weltanschauung und die NS-Kriegseuphorie am Institut?

II. Autarkie- und Rüstungsforschung am KWIE

Übersicht: Autarkie- und Rüstungsforschung

Hier geht es um die Rolle des KWIE als wissenschaftliche Instanz und seine Einbindung in den nationalsozialistischen Kriegs- und Rüstungsapparat. Die wissenschaftliche Ausrichtung des KWIE wird hier ebenso dargestellt wie verschiedene institutionelle Entwicklungen. Es wird nach der Bedeutung des KWIE für die nationalsozialistische Kriegs- und Rüstungswirtschaft während des Zweiten Weltkriegs gefragt und der Bereich der kriegsrelevanten Forschung und Rüstungsforschung in den Blick genommen. Diese Punkte werden im Zusammenhang mit dem Vierjahresplan ab 1936, in der Phase nach Kriegsbeginn 1939 und in der Zeit des sogenannten „Totalen Kriegs“ ab 1943 untersucht. Inwieweit stellte sich das KWIE offensiv in den Dienst der NS-Autarkiebestrebungen und der Kriegs- und Rüstungsforschung? Wie entwickelte sich das KWIE in Bezug auf Mitarbeiterzahl, räumliche Bedingungen und Forschungserfolg? Wie entwickelte sich die wissenschaftliche, personelle und finanzielle Situation des Instituts nach 1933 und während der Kriegsjahre? In wiefern profitierte das KWIE vom „Dritten Reich“ und welche negativen Auswirkungen gab es? Ebenso wird seine Einbindung in verschiedene NS-Forschungsverbünde und in den NS-Wissenschafts- und Rüstungsapparat dargestellt. Es werden außerdem Forschungsarbeiten von KWIE-Wissenschaftlern[1] im Besatzungskontext beleuchtet.

III. Aneignung von „Beutegut“

Übersicht: Aneignung von „Beutegut“

Dieses Thema behandelt exemplarisch die Aneignung von „Beutegut“ aus besetzten Ländern durch das KWIE. Speziell geht es um die Entziehung eines Versuchswalzwerks des Polytechnikum Warschau nach Kriegsbeginn. Es wird untersucht, auf welchem Weg das angeeignete „Beutegut“ in den Besitz des KWIE gelangte. Wer waren die beteiligten Personen und Dienststellen? Weiterhin wird anaylsiert, was nach Kriegsende mit den erbeuteten technischen Einrichtungen geschah.

IV. Zwangsarbeit am KWIE

Übersicht: Zwangsarbeit am KWIE

Untersucht wird ebenfalls der Einsatz von Zwangsarbeitern am KWIE. Von Interesse sind hierbei insbesondere folgende Fragestellungen: Wie und wofür wurden Zwangsarbeiter am KWIE eingesetzt? Wie viele Zwangsarbeiter wurden am KWIE eingesetzt? Um welche Gruppen von Zwangsarbeitern handelte es sich; das heißt, waren es zivile Arbeitskräfte aus den besetzten Gebieten, Kriegsgefangene oder sogar KZ-Häftlinge? Welche Nationalität und welchen Status hatten sie? Welche Tätigkeitenmussten sie verrichten und wie waren die Bedingungen des Zwangsarbeitereinsatzes? Wie wurden sie untergebracht? Welche Verantwortung für den Einsatz von Zwangsarbeitern trugen die Direktoren des KWIE und andere leitenden Institutsangehörige? Neben diesen Fragen geht es auch um eine Kontextualisierung der Einzelergebnisse in den größeren Zusammenhang des Zwangsarbeitereinsatzes im Deutschen Reich in den Jahren 1939 bis 1945.

V. Das KWIE nach Kriegsende

Übersicht: Das KWIE nach Kriegsende

Dieser Themenkomplex umfasst die Geschichte des KWIE bei Kriegsende 1945 und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Wie gestaltete sich der gesellschaftliche Umbruch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten am KWIE? Wie wurde nach Kriegsende weitergearbeitet? Welchen Einfluss nahm die alliierte Forschungs- und Demilitarisierungspolitik auf das Institut? Welche Auswirkungen hatte die Entnazifizierung auf die Geschicke des Instituts und wie ging das KWIE in den folgenden Jahren mit seiner NS-Vergangenheit um? Welche personellen und institutionellen Kontinuitäten und Umbrüche entwickelten sich zwischen Nationalsozialismus und Nachkriegsgesellschaft?

VI. Film „Das Märchen vom Bau“

Übersicht: Film „Das Märchen vom Bau“

Anlässlich des Neubaus des KWIE-Institutsgebäudes im Jahr 1935 entwickelte das KWIE den Film „Das Märchen vom Bau“. Wichtige Vertreter des KWIE treten darin als Protagonisten auf. Es handelt sich um einen Animationsfilm, der mit Hilfe der Cut-Out-Technik realisiert wurde. Der Film thematisiert den Institutsneubau, der auf eine lange Phase der Planungen seit den 1920er Jahren zurückblicken konnte. An den Entwürfen und der Durchführung waren einige der renommiertesten deutschen Architekten und Künstler ihrer Zeit beteiligt.

Quellen- und Literaturverzeichnis

Zum ausführlichen Quellen- und Literaturverzeichnis und zum Abkürzungsverzeichnis.

Anmerkungen

  1. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text größtenteils verallgemeinernd das generische Maskulinum verwendet. Diese Formulierungen können gleichermaßen weibliche und männliche Personen umfassen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich in den 1930er- und 1940er-Jahren unter den führenden Wissenschaftlern und sonstigen maßgeblichen Persönlichkeiten des KWIE keine Frauen befanden.