Inhaltsangabe des Films

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Film
MPIE Film Intro thumbnail.jpg
Titel „Das Märchen vom Bau“
Genre Animationsfilm, Cut-Out-Technik
Erscheinungsjahr 1935
Länge 11 Minuten
Produktion KWIE
Themen Baugeschichte, Neubau, Architektur, Kunst am Bau
Besetzung
Die Seitenansicht von Institutsdirektor Friedrich Körber ...
... wird im Animationsfilm zur Silhouette.
Angesichts der verschiedenen Pläne und Entwürfe speit Anton Pomp Feuer.
Wilhelm Dönges gießt die aus der Erde wachsenden Stahlträger ...
... und stampft sie in den Boden.
Der Film zeigt die Stahlskelettbauweise: Institutsdirektor Körber angelt einen Stahlträger.
Bei der weiteren Gestaltung des Neubaus kommt es zur Rauferei: Köpfe fliegen - damit beweist der Film die künstlerischen Freiheiten, die zu dieser Zeit nur ein Animationsfilm bieten kann.
Der Film verbindet Realismus mit Phantasie: das fertige Hauptgebäude trägt ein Gesicht.
Beim Hallenbau muss Franz Wever nachhelfen, indem er mit seinem Auto gegen die begrenzenden Stahlträger fährt und die Halle damit vergrößert.
Das letzte Zwiegespräch zwischen Institutsdirektor und Abteilungsleitern vor der Fertigstellung.
Einträchtiges Schlussbild: Die KWIE-Belegschaft wird Teil des Wandreliefs in der Eingangshalle

Als Intro-Bild wird zunächst das abgefilmte Deckblatt der „Mitteilungen aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut zu Düsseldorf“, Sonderband 1935, gezeigt. Danach erscheint eine stilisierte Zeichnung des Institutsgebäudes und der Filmtitel „Das Märchen vom Bau“. Als Erzähler werden die Institutsmitarbeiter Werner Bottenberg, Heinrich Lange und Werner Lueg genannt.

Protagonisten

Im Anschluss werden die einzelnen Protagonisten des Films vorgestellt. KWIE-Institutsdirektor Friedrich Körber übernimmt darin die Rolle des „Vorarbeiters“. Als „Kleinautobesitzer“ tritt der Leiter der Physikalischen Abteilung, Franz Wever, auf und der Vorstand der Verwaltung, Wilhelm Dönges, spielt den „Sachverständigen“. Walter Luyken, der Leiter der Erzabteilung ist „Erz-Rat“ und der Vorsteher der Chemischen und Metallurgischen Abteilung, Peter Bardenheuer, spielt den „Oberschmelzer“. Als „Feuerschlucker“ wird Anton Pomp, der Leiter der Mechanisch-Technologischen und Metallographischen Abteilung, eingesetzt. Außerdem erhält die Schreibkraft in der Verwaltung, Else Buchner, die Rolle „war auch dabei“.

Handlung

Zuerst werden die Personen jeweils namentlich genannt. Dann wird ein seitliches Porträtfoto gezeigt. Anschließend wird zu einem Scherenschnitt/einer Silhouette des Porträts übergeblendet. Dann erscheint eine gesamte Silhouette der Person, die schließlich von der Mitte des Bildes nach links das Bild verlässt. Die Darstellung von Else Buchner weicht von denen der anderen ab: sie fällt auf die Knie und fliegt schließlich davon. Hier kann man auch sehr gut die Cut-Out-Technik erkennen: die einzelnen Körperglieder der Figuren wurden aus Papier oder Pappe ausgeschnitten und sind „scharnierartig“ miteinander verbunden, um die Bewegungen bei den Einzelaufnahmen gut darstellen zu können.

Eingeblendeter Zwischentext:
Eines Tages dacht Fritzchen schlau,

Die Zeit ist reif für einen Bau.

Entwürfe gibt’s in großer Zahl,

Doch wer die Wahl hat hat die Qual


Mit „Fritzchen schlau“ ist wohl Direktor Friedrich Körber gemeint. Die Handlung beginnt: Zunächst betritt von rechts kommend Direktor Körber die Bildfläche mit einem Buch bzw. Heft unter dem Arm; von links kommt Dönges hinzu. Beide geben sich die Hand. Dann erscheinen – ebenfalls von rechts kommend – Wever und Pomp. Sie begrüßen sich gegenseitig mit einem Kopfnicken bzw. einer leichten Verbeugung.

Körber stellt ihnen schließlich seine Vorstellung von einem Neubau des Institutsgebäudes vor. Dabei erscheint links oben im Bild eine Zeichnung der Vorderansicht des Gebäudes, rechts oben ein Grundriss. Danach fällt ein Fragezeichen von oben herab, dessen Punkt schließlich auf Dönges Kopf zuschwebt, sodass dieser zurückweichen muss. Körber hebt den Arm, woraufhin ein Tisch im Bild erscheint, worauf er den anderen die Pläne präsentiert. Pomp, der immer eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit mit sich trägt, spuckt derweil gleichzeitig Feuer. Körber verlässt das Bild nach links.

Eingeblendeter Zwischentext:
Wenn alle Köpf’ von Arbeit rauchen,

Man keinen Störenfried kann brauchen.


Die Handlung wird fortgesetzt: Dönges, Wever und Pomp stehen noch immer bei dem Tisch, während nun Bardenheuer von rechts das Bild betritt. Dönges erhebt dabei abwehrend den Arm, Bardenheuer erhebt die Faust und versetzt Dönges einen Stoß in den Bauch. Dieser fliegt wegen der Wucht des Stoßes nach links aus dem Bild.

Eingeblendeter Zwischentext:
Jetzt bin ich’s endlich überdrüssig!

Die Anderen sind hier überflüssig!


Jetzt stehen sich an dem Tisch nur noch Pomp (links) und Bardenheuer (rechts) gegenüber. Beide hauen mit der Faust auf den Tisch, woraufhin dieser schließlich zusammenbricht. Danach versetzt Bardenheuer Pomp einen Fausthieb in den Bauch, sodass Pomp nach oben aus dem Bild fliegt. Bardenheuer schwingt noch einmal die Faust in der Luft und verlässt das Bild dann nach rechts. Pomp landet daraufhin wieder unsanft auf dem Boden, wobei er sich mehrfach überschlägt. Nach der Landung nimmt er erstmal einen kräftigen Schluck aus seiner Flasche und beginnt damit, Feuer zu speien.

Eingeblendeter Zwischentext:
Der Architekt zeigt Baugestaltung,

Die manchen Menschen raubt die Haltung.


Im nächsten Bild sieht der Zuschauer das Gerüst des Gebäudes „auf der grünen Wiese“. Damit wird die Stahlskelett-Bauweise des Gebäudes angesprochen und offensichtlich auch die Tatsache, dass die nähere Umgebung des Institutsgebäudes zu dem Zeitpunkt noch unbebaut war. Direktor Körber erscheint von rechts kommend und betrachtet das Gerüst. Offensichtlich werden hier die sehr unterschiedlichen Entwürfe von Architekten zugespitzt präsentiert, wie das spätere Gebäude einmal aussehen könnte - etwa wie eine Art Burg oder ein Sakralbau. Beides findet nicht die Zustimmung Körbers. Er hüpft herum, schwingt die Fäuste und fasst sich an den Kopf. Als schließlich ein sehr futuristischer Entwurf mit einer langen Freitreppe gezeigt wird, fällt Körber schließlich in Ohnmacht. Abermals hüpft er herum und schwingt die Fäuste. Dann greift er sich die Grasbüschel von der Erde und wirft diese auf das Gebäude. Als dann das Modell des späteren Neubaus erscheint, beginnt sein Herz wild zu schlagen. Dann verlässt er – offensichtlich nun zufrieden – das Bild nach links.

Eingeblendeter Zwischentext:
Schnell rüstet man zu froher Tat,

Setzt Träger ein! – Sofern man hat!


Die nächste Szene spielt auf dem Baugelände. Zu sehen sind einzelne Grasbüschel und eine größere Blume. Es erscheinen Wever und Bardenheuer mit Stahlträgern und stellen diese auf dem Baugrund auf. Pomp, der einen Spaten bei sich hat, gesellt sich schließlich auch noch zu den beiden und beginnt zu graben. Gleichzeitig ruckelt Bardenheuer an dem linken Stahlträger. Pomp riecht an der Blume, pflückt sie schließlich und steckt sie sich an. Bardenheuer hat den linken Stahlträger derweil tief in den Boden gerammt. Beide verlassen das Bild. Kurz darauf kommt Dönges mit einer Gießkanne ins Bild und gießt den Stahlträger mit Wasser, der daraufhin aus dem Boden wächst und wieder auf gleicher Höhe mit dem rechten Stahlträger ist. Gleichzeitig erscheint Luyken und schüttelt die Faust. Anschließend schnappt er sich die leere Gießkanne von Dönges und hämmert damit auf den Stahlträger ein. Luyken schmeißt Dönges danach die zerborstene Gießkanne vor die Füße. Dönges verlässt das Bild und Luyken zieht so sehr an dem Stahlträger, dass dieser schief steht. Dönges vertreibt ihn daraufhin per Wasserstrahl aus einem Schlauch, sodass Luyken davonfliegt. Dönges stellt den Stahlträger wieder gerade hin. Pomp kommt hinzu. Dönges reißt ihm ein Stück aus seinem dicken Bauch und formt daraus einen Stampfer. Damit stampft er den Boden rund um den Stahlträger fest. Danach schmeißt er den Stampfer durch die Luft, der sich dann wieder in Pomps Bauch einfügt.

Eingeblendeter Zwischentext:
Die Glocken läuten durch das Land,

Stahl wächst, wo ehedem nur Sand.


Im nächsten Bild ist ein Gerüst mit darin aufgehängter Glocke zu sehen. Die Glocke und der Klöppel darin schwingen hin und her. Das Stahlgerüst des Institutsgebäudes beginnt, immer weiter zu wachsen und Form anzunehmen. Gleichzeitigt schwingt die Glocke mit wachsendem Fortschritt immer heftiger und überschlägt sich schließlich sogar. Dann öffnet sich eine Art schwarzer Vorhang. Der Bau des Stahlgerüsts ist noch weiter vorangeschritten. Nun kommt auch ein Kran zum Einsatz, der einen einzelne Stahlträger emporhievt. Direktor Körber sitzt oben auf dem Gerüst und übernimmt persönlich den Stahlträger, den er an einem Seil leichtfertig wie ein Jo-Jo abwechselnd nach unten und wieder nach oben sausen lässt. Dann nimmt er den Träger in die Hände und wirft ihn über seinen Kopf nach hinten. Der Träger überschlägt sich und landet passgenau an seine vorgesehene Stelle. Dies scheint Körber sehr glücklich zu machen. Er zappelt mit den Beinen, wirft sich auf den Rücken und fuchtelt mit den Armen. Dann springt er mit einem mehrfachen Salto vom Gerüst herab. Die nächste Einstellung zeigt Luyken, der links im Bild steht und einen Spazierstock in der Hand hält. In seiner linken Hand befindet sich ein Büschel Gras. Rechts im Bild befindet sich ein Baum. Bardenheuer und Pomp treten ins Bild. Sie tragen gemeinsam die Verbindungsbrücke, die sich beim fertigen Institut zwischen Haupt- und Hallengebäude befindet. Zwischendurch nimmt Pomp einen Schluck aus seiner Flasche. Nun sind das Hallengebäude und das Vortragssaal-Gebäude aus der Hofansicht zu sehen. Bardenheuer schultert die Verbindungsbrücke und Pomp schiebt sie in Position an das Hallengebäude. Danach verlassen beide nach links das Bild. Anschließend erscheint Körber und erhebt seinen Arm. Daraufhin wird das Hauptgebäude von rechts herangeschoben.

Eingeblendeter Zwischentext:
Wenn es auch noch so gut bedacht,

Wird manch Fehler doch gemacht.


Es zeigt sich, dass die Verbindungsbrücke zu kurz ist, um Hallen- und Hauptgebäude miteinander zu verbinden. Dieses Problem wird durch einen eingeblendeten Pfeil und ein Fragezeichen verdeutlicht. Körber scheint, ratlos zu sein und erhebt die Arme zum Himmel. Dazu erscheint nun das Hauptgebäude mit einem Gesicht und rollt mit den Augen. Die Pupillen fallen schließlich heraus und verschwinden im Hauptgebäude. Körber hat eine Lösung gefunden. Er zieht die Verbindungsbrücke weiter aus dem Hallengebäude heraus und schiebt das Hauptgebäude eigenhändig näher heran, sodass alles zusammenpasst. Zufrieden nickt er mit dem Kopf.

Eingeblendeter Zwischentext:
Zu seh’n, ob alles richtig sei,

Der Franz im Auto eilt herbei.


Franz Wever fährt mit seinem offenen Auto vor. Ein Tor des Hallengebäudes öffnet sich und er fährt hinein. Da er im Gebäude nicht ausreichend Platz hat, um sein Auto abzustellen, fährt er vor und zurück. Damit verschiebt er die begrenzenden Stahlträger.

Eingeblendeter Zwischentext:
Ich sagt es schon viele Male:

Das wichtigste ist die Zentrale!


Wever fährt weiter vor und zurück, um die Stahlträger zu verschieben. Dann steigt er aus und pumpt sozusagen sein Auto auf. Dieses zieht sich in die Länge und fährt eigenständig rückwärts aus dem Bild. Wever reißt nun Teile der Deckenkonstruktion ab und arrangiert sie neu. Es erscheint ein Generator oder Transformator links im Bild. Aus den Teilen der Dachkonstruktion legt Wever nun Leitungen. Außerdem befestigt er eine Lampe an der Decke und einen Schalthebel rechts im Bild. Nachdem er diesen betätigt hat, blitzt es aus dem Generator. Wever verändert nochmals etwas an den Leitungen. Er zeigt auf den Boden und hervor steigt ein großer Behälter mit der Aufschrift „H2O“. Diesen dreht er herum und kippt ihn über dem Generator aus. Dann putzt er diesen, woraufhin er zu laufen beginnt. Er betätigt einen neuen Schalthebel links vom Generator und die Lampe leuchtet nun auf, woraufhin Wever zufrieden nickt. Die Lampe wird nun in Großaufnahme gezeigt. In der Lampe erscheint eine Kerze, die jedoch schon bald wieder erlischt. Der Generator hat aufgehört zu laufen. Wever ist darüber verärgert und betätigt den Schalthebel rechts im Bild. Daraufhin gibt es eine Explosion und der Raum wird leergefegt.

Bardenheuer betritt den Raum. Ihm folgt kurz darauf Wever, der wieder den großen Wasser-Behälter mitbringt. Ebenso erscheint Dönges mit einer Gasflasche Wasserstoff. Bardenheuer gestikuliert mit den Fäusten in Richtung Dönges. Dann nimmt er den Wasser-Behälter und schüttet ihn Dönges über den Kopf. Sobald der Behälter leer ist wirft er ihn hinter sich und trifft dabei Wever, der danach zu Boden geht. Dönges stellt die Gasflasche auf und steckt Bardenheuer den Schlauch in den Mund, woraufhin dieser „aufgeblasen“ wird und zur Decke schwebt. Wever ist wieder zu sich gekommen und wirft den Wasserbehälter auf die Gasflasche, die umkippt. Dönges kickt diese aus dem Bild. Nachdem Bardenheuer wieder gelandet ist, geht er auf Dönges zu. Die beiden kabbeln sich miteinander. Auch Wever geht auf Bardenheuer los. Von rechts kommt Körber ins Bild und packt Wever am Kopf. In der Folge kommt es zu einer wilden Rauferei zwischen den vier Wissenschaftlern. Sie reißen sich wortwörtlich gegenseitig die Köpfe ab und tauschen sie untereinander aus. Schließlich wälzen sie sich in einem Knäuel auf dem Boden und rollen links aus dem Bild.

Pomp betritt von rechts das Bild und stellt die Stahlträger zur Raumaufteilung wieder in ihre alte Position. Er gönnt sich dabei einen Schluck aus seiner Flasche und verlässt das Bild.

Eingeblendeter Zwischentext:
Nach jedem Krach in dieser Welt,

Wird Friede wieder hergestellt.


Im nächsten Bild sitzen Bardenheuer, Pomp und Körber auf einem Stahlträger, während Wever darauf steht. Links daneben steht Dönges. Rechts steht das unbekannte Kürzel BV auf einem Schild oder Gebäudeteil. Der Stahlträger wächst in die Höhe, genauso wie Dönges’ Hals. Danach geht der Stahlträger wieder runter. Das Ganze wiederholt sich ein paar Male. Schließlich werden die Vier davon geschleudert.

Eingeblendeter Zwischentext:
Man eint sich darauf zu neuem Bunde

Und treibt dann Eisenhüttenkunde.


Zum Schluss kommen Dönges, Luyken, Bardenheuer, Wever, Körber, Pomp und Else Buchner aus einer Tür und positionieren sich wie auf dem Reliefbild im Eingangsbereich des Institutsgebäudes, das die Eisen- und Stahlherstellung darstellt.

Eingeblendeter Zwischentext:
Nach diesem Spiel im neuen Haus,

Ist jetzt das schöne Märchen - AUS